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Die Antwort selbst lässt sich kaum steuern – die Quellen und Belege dahinter schon.

Wenn die KI lügt: Wie Unternehmen falsche ChatGPT-Aussagen richtigstellen


Ein Interessent tippt Ihren Firmennamen in ChatGPT ein und bekommt eine Antwort, die einen alten Vorwurf als Tatsache darstellt. Sie können diese Antwort nicht löschen und keinen Widerspruch einlegen. Was Sie beeinflussen können, ist die Informationslage, aus der solche Antworten entstehen. Genau dort beginnt die Arbeit.

⭐ Kurz-Antwort

Falsche KI-Aussagen lassen sich nicht direkt korrigieren, weil Unternehmen keinen Zugriff auf die Antwort eines Sprachmodells haben. Wirksam ist ein Vorgehen in vier Schritten: dokumentieren, welche Systeme bei welcher Frage was ausgeben; die Ausgangsquellen der Falschdarstellung finden und dort auf Korrektur hinwirken; auf der eigenen Website eine klare Richtigstellung mit Fakten und Belegen veröffentlichen; die korrigierte Darstellung in Quellen bringen, die KI-Systeme häufig heranziehen.

Betroffen sind längst nicht nur Konzerne mit Skandalhistorie. Eine Praxis, deren Bewertungsprofil vor Jahren einen Ausreißer hatte. Eine Kanzlei, die mit einem gleichnamigen Unternehmen verwechselt wird. Ein Berater, dem ein Sprachmodell einen Abschluss zuschreibt, den er nie gemacht hat. Solche Antworten wirken vertraulich, weil sie in ruhigem Ton und ohne Widerspruch geliefert werden.

Warum KI-Systeme Falsches über Unternehmen ausgeben

Generative Systeme bewerten keine Wahrheit, sondern verdichten auffindbare Informationen zu einer plausiblen Antwort. Neben den Trainingsdaten greifen viele Systeme je nach Frage auf Websuche, Suchindizes oder angebundene Dokumentensammlungen zu. Bevorzugt wird dabei, was sichtbar, aktuell, widerspruchsfrei und klar gegliedert vorliegt.

Daraus folgt ein unangenehmer Mechanismus. Ein sechs Jahre alter Bericht über einen Vorwurf steht sauber strukturiert im Online-Archiv eines Mediums. Die Einstellung des Verfahrens wurde nie öffentlich dokumentiert, weil das Unternehmen damals froh war, dass Ruhe einkehrte. Für ein Sprachmodell existiert die Entlastung schlicht nicht. Es referiert die einzige Version, die es findet.

Die Disziplin, die Darstellung in solchen Antwortsystemen zu verbessern, heißt Generative Engine Optimization, kurz GEO. Der Begriff verspricht mehr Kontrolle, als es sie gibt. Steuern lässt sich keine KI-Antwort. Erhöhen lässt sich die Wahrscheinlichkeit, dass die korrekte Darstellung gefunden und zitiert wird.

Schritt eins: Herausfinden, was genau wo behauptet wird

Bevor irgendjemand einen Brief an eine Redaktion schreibt, braucht es eine Bestandsaufnahme. Notieren Sie, welches System bei welcher konkreten Frage welche Aussage ausgibt. Formulieren Sie die Frage in mehreren Varianten und in mehreren Sprachen, weil Antworten je nach Formulierung stark abweichen.

Halten Sie das mit Datum und Bildschirmfoto fest. Diese Dokumentation brauchen Sie später gegenüber Redaktionen, Plattformbetreibern oder im Zweifel gegenüber Ihrer Rechtsberatung. Ohne Nachweis steht Aussage gegen Aussage.

Danach folgt die Spurensuche. Nennt das System Quellen, haben Sie den Ausgangspunkt. Fehlt der Quellenhinweis, hilft eine systematische Recherche in den Beständen, aus denen Antwortsysteme typischerweise schöpfen: Online-Archive von Medien, Branchen- und Verbandsverzeichnisse, Wirtschaftsdatenbanken, Wikipedia sowie ältere Beiträge in sozialen Netzwerken. Auf der eigenen Website findet sich der Fehler selten, weshalb viele Unternehmen dort vergeblich suchen.

Infografik zur Herkunft falscher KI-Aussagen über Unternehmen. Sie zeigt fünf typische Fundstellen – Medienarchive, Verzeichnisse und Datenbanken, Profile und Netzwerke, Bewertungen und Community sowie die eigene Website – und erklärt, wo Unternehmen mit der Korrektur beginnen sollten.
Fünf typische Fundstellen zeigen, wo Unternehmen mit der Korrektur beginnen sollten.

Wissen Sie, was KI-Systeme über Ihr Unternehmen erzählen?

PR Profis prüft, welche Aussagen und Quellen über Sie auffindbar sind, wo veraltete Darstellungen weiterleben und welche Belege auf Ihrer Seite fehlen.

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Schritt zwei: Die Ursprungsquelle korrigieren

Eine falsche Angabe verschwindet erst dann aus KI-Antworten, wenn sie an ihrem Ursprung verschwindet. Steht der Fehler in einem Datenbankeintrag oder einem Verbandsprofil, ist die Korrektur meist eine Frage von zwei E-Mails. Anspruchsvoller wird es bei redaktionellen Inhalten.

Redaktionen lassen sich nicht in ihre Berichterstattung hineinreden, das ist ihr gutes Recht. Nachweisbare Unrichtigkeiten müssen sie dagegen korrigieren. Entscheidend ist die Form Ihrer Anfrage: benennen Sie die konkrete Textstelle, die falsche Aussage und den Beleg, der die richtige Darstellung stützt. Ein Einstellungsbescheid, ein Handelsregisterauszug oder ein Prüfbericht wirkt stärker als jede Empörung.

Häufig geht es gar nicht um eine Löschung, sondern um eine Ergänzung. Ein Nachtrag unter einem alten Bericht, der den Ausgang des Verfahrens festhält, verändert die Informationslage für Menschen und für Maschinen gleichermaßen.

Schritt drei: Eine eigene Referenz aufbauen, die zitierfähig ist

Ihre eigene Website ist die einzige Quelle, über die Sie vollständig verfügen. Veröffentlichen Sie dort eine Richtigstellung, die den Sachverhalt ohne Umschweife klärt: Was wurde behauptet? Was ist tatsächlich passiert? Welche Belege gibt es? Ein Faktenblatt und ein Frage-Antwort-Teil eignen sich dafür besser als eine Pressemitteilung im Behördenton.

Verwenden Sie dabei die Begriffe und Fragestellungen, die auch in der falschen KI-Antwort auftauchen. Wenn ein System von einem „Verfahren gegen“ Ihr Unternehmen spricht, muss dieser Begriff in Ihrer Richtigstellung vorkommen, sonst stellt kein Abrufsystem die Verbindung her. Formulierungen wie „bedauerliche Vorkommnisse in der Vergangenheit“ helfen keinem Leser und keinem Modell.

Technisch lohnt sich strukturierte Auszeichnung, etwa nach dem Standard schema.org für Frage-Antwort-Inhalte. Damit erkennen automatisierte Abrufsysteme schneller, welche Frage Ihre Seite beantwortet. Diese Arbeit übernimmt in der Regel Ihre Website-Betreuung, sie braucht dafür aber die inhaltliche Vorlage aus der Kommunikation.

Schritt vier: Die richtige Version in die Breite bringen

Eine Richtigstellung, die nur auf Ihrer Website steht, bleibt eine Eigenaussage. KI-Systeme gewichten Übereinstimmung zwischen mehreren unabhängigen Quellen. Deshalb gehört die korrigierte Faktenlage auch dorthin, wo Antwortsysteme regelmäßig zitieren: Fachmedien Ihrer Branche, Verbandspublikationen, seriöse Branchenportale, Ihre Profile in beruflichen Netzwerken.

Für eine Kanzlei kann das ein Fachbeitrag sein, der die eigene Position sachlich belegt. Für eine Praxis ein aktualisiertes Profil in einem Ärzteverzeichnis. Für ein mittelständisches Unternehmen ein Interview im Branchenmedium, in dem der Sachverhalt beiläufig, aber korrekt eingeordnet wird. Je konsistenter die richtige Version an mehreren Stellen steht, desto eher setzt sie sich in generierten Antworten durch.

Was das für Reputation und Kundengewinnung bedeutet

Falsche KI-Aussagen wirken früher als klassische Reputationsprobleme. Wer heute einen Steuerberater, eine Klinik oder einen Dienstleister sucht, fragt oft zuerst ein Sprachmodell und geht erst danach auf Websites. Eine schiefe Antwort in diesem Moment kostet Anfragen, ohne dass jemals eine Beschwerde bei Ihnen ankommt.

Das verschiebt die Aufgabe von Kommunikation. Es reicht nicht, gut über sich zu erzählen. Sie brauchen belegbare, auffindbare und in sich stimmige Informationen über sich, verteilt über mehrere unabhängige Orte im Netz. Wer über Jahre keine Pressearbeit gemacht und keine Fachbeiträge veröffentlicht hat, überlässt die Deutungshoheit den wenigen Fundstellen, die zufällig existieren.

Was Unternehmen und Experten jetzt konkret tun sollten

Der wichtigste Punkt ist die Regelmäßigkeit. Falschinformationen dürfen nicht zufällig auffallen, weil ein Kunde sie im Erstgespräch erwähnt. Ein festes Prüfintervall kostet wenig Zeit und verhindert böse Überraschungen.

  • Fragen Sie einmal im Quartal mehrere KI-Systeme nach Ihrem Unternehmen, Ihren Führungspersonen und Ihren wichtigsten Leistungen ab und dokumentieren Sie die Antworten mit Datum.
  • Legen Sie eine Liste der Fundstellen an, die Informationen über Sie enthalten, von Verzeichnissen über Datenbanken bis zu Medienarchiven, und prüfen Sie diese auf Aktualität.
  • Bauen Sie auf Ihrer Website eine Faktenseite auf, die Gründungsdaten, Zuständigkeiten, Qualifikationen und die Antworten auf heikle Fragen klar benennt.
  • Klären Sie intern, wer bei einer falschen Aussage entscheidet und handelt, damit die Reaktion nicht an Zuständigkeiten scheitert.
  • Sorgen Sie dafür, dass abgeschlossene Vorgänge öffentlich dokumentiert sind, weil ein unbeantworteter Vorwurf im Netz weiterlebt.

Häufige Fragen zu falschen KI-Aussagen

Kann ich ChatGPT zwingen, eine falsche Aussage über mein Unternehmen zu löschen?

Eine einzelne Antwort lässt sich nicht löschen, weil sie bei jeder Anfrage neu erzeugt wird. Anbieter stellen Meldewege für problematische Ausgaben bereit, deren Wirkung bleibt aber begrenzt. Verlässlicher wirkt die Korrektur der zugrunde liegenden Quellen und der Aufbau einer eigenen belegten Darstellung.

Wie schnell übernehmen KI-Systeme eine Richtigstellung?

Feste Fristen gibt es nicht. Systeme mit Websuche greifen aktualisierte Seiten schneller auf als Antworten, die stark aus Trainingsdaten stammen. Wer Korrekturen früh und an mehreren Stellen platziert, verkürzt den Zeitraum, in dem die falsche Version dominiert.

Lohnt sich das auch für kleine Praxen, Kanzleien und Beratungen?

Gerade dort. Über kleinere Anbieter existieren wenige Fundstellen, deshalb wiegt jede einzelne schwer. Ein veraltetes Verzeichnisprofil oder eine Verwechslung mit einem gleichnamigen Betrieb prägt die Antwort dann überproportional stark.

Was ist GEO und wie unterscheidet es sich von SEO?

SEO zielt auf Platzierungen in Ergebnislisten von Suchmaschinen. GEO, also Generative Engine Optimization, zielt darauf, in generierten Antworten korrekt vorzukommen und zitiert zu werden. Beide Ansätze überschneiden sich technisch, GEO gewichtet Belegbarkeit und Widerspruchsfreiheit stärker.

Wann sollte ich externe Unterstützung holen?

Spätestens wenn die falsche Aussage rufschädigend ist, sich die Ursprungsquelle nicht eindeutig finden lässt oder Redaktionen auf Ihre Korrekturbitte nicht reagieren. Auch der Aufbau zitierfähiger Drittquellen gelingt mit medienerfahrener Begleitung schneller.

Fazit

KI-Systeme haben die Reaktionszeit in der Reputationsarbeit verkürzt. Eine unwidersprochene Darstellung im Netz wird heute automatisiert weitergereicht, formuliert wie eine gesicherte Auskunft. Wer bisher davon ausging, dass alte Geschichten mit der Zeit verblassen, muss diese Annahme streichen.

Der praktische Hebel liegt vor der Krise. Unternehmen, die ihre Faktenlage sauber dokumentiert, ihre Profile aktuell gehalten und regelmäßig fachlich publiziert haben, geben Antwortsystemen genug Material für eine richtige Auskunft. Diese Vorarbeit zahlt zweifach ein: Sie schützt die Reputation und sie sorgt dafür, dass Interessenten schon vor dem ersten Kontakt ein stimmiges Bild bekommen.

PR Profis kann prüfen, welche Darstellung über Sie aktuell auffindbar ist, wo Korrekturen ansetzen müssen und welche Inhalte als belegbare Referenz fehlen. Für eine erste Einschätzung können Sie hier ein kostenloses Strategiegespräch buchen: Termin auswählen.

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